Unsere Vision

ist ein Assistenzdienst, der Menschen mit komplexen Traumafolgestörungen im Alltag verlässlich begleitet und ihnen ermöglicht, ihr Leben nach eigenen Vorstellungen zu gestalten. 

Im Mittelpunkt steht dabei immer die Selbstbestimmung. 

Warum es Mehr als Eins gibt

Hallo ich heiße Quendolin Winter und habe Mehr als Eins gegründet, weil ich aus eigener Erfahrung weiß, wie es sich anfühlt, im Hilfesystem nicht das zu finden, was man wirklich braucht. Ich bin selbst komplex traumatisiert und ich kenne beides: die Tage, an denen der Alltag tragbar ist, und die Tage, an denen schon Kleinigkeiten zu viel werden. Genau aus dieser Erfahrung heraus ist die Idee zu diesem Assistenzdienst entstanden.

Im bestehenden Versorgungssystem gibt es viele Angebote für Menschen mit körperlicher Behinderung, aber kaum vergleichbare Strukturen für Menschen mit komplexen Traumafolgestörungen. Diese Lücke habe ich immer wieder selbst gespürt. Mir fehlte eine Unterstützung, die nicht über mich hinweg entscheidet, die mich nicht zum „Funktionieren" drängt und die versteht, dass Belastbarkeit und Tagesform schwanken können. Eine Begleitung, die verlässlich da ist und gleichzeitig flexibel bleibt. Weil es das so nicht gab, habe ich beschlossen, es selbst aufzubauen.

Mehr als Eins ist bundesweit der erste Assistenzdienst mit ausdrücklichem Fokus auf die Begleitung von Menschen mit Trauma(ta). Im Zentrum steht für mich die Überzeugung, dass jeder Mensch das Recht hat, sein Leben selbst zu gestalten, auch dann, wenn Traumafolgen, Dissoziation oder innere Konflikte das erschweren. Selbstbestimmung ist für mich kein Ziel, das man sich erst verdienen muss, sondern ein Recht, das von Anfang an gilt. Assistenz bedeutet deshalb bei uns Begleitung, nicht Kontrolle. Ihr entscheidet, wer euch unterstützt, in welcher Form und in welchem Tempo.

Symptome wie Rückzug, Erschöpfung oder Dissoziation verstehe ich nicht als „Fehlverhalten", sondern als nachvollziehbare Überlebensstrategien. Daraus ist eine Haltung gewachsen, die von Augenhöhe, Menschlichkeit und einem tiefen Verständnis für traumabedingte Lebensrealitäten geprägt ist und die ich auch in unserem Team weitergeben möchte. Peer-Erfahrung ist für mich keine Schwäche, sondern eine Ressource.

Meine Vision ist ein Dienst, der nicht nur Unterstützung anbietet, sondern auch dazu beiträgt, das Verständnis von Assistenz im Kontext psychischer und traumabedingter Beeinträchtigungen weiterzuentwickeln. Ich möchte etwas aufbauen, das menschlich getragen und zugleich professionell und wirtschaftlich tragfähig ist – ein geschützter Rahmen für Klient*innen wie für Mitarbeitende, in dem Stabilität, Vertrauen und Selbstbestimmung wachsen können. Ohne Druck, ohne Zwang und ohne die Erwartung, funktionieren zu müssen.

Das ist der Grund, warum es Mehr als Eins gibt und der Anspruch, an dem ich diesen Dienst jeden Tag messe.

Warum Weiterbildung und Supervision für mich essenziell sind

Für mich steht und fällt die Qualität von Assistenz mit den Menschen, die sie leisten. Die Arbeit mit komplex traumatisierten Menschen stellt besondere Anforderungen an fachliche Kompetenz, Haltung und Reflexionsfähigkeit – Anforderungen, die sich nicht nebenbei erfüllen lassen. Psychische Stabilisierung, Reizregulation, das Verständnis von Dissoziation und ein achtsamer Umgang mit Triggern müssen erlernt, geübt und immer wieder reflektiert werden. Genau deshalb sind kontinuierliche Weiterbildung und regelmäßige Supervision für mich keine optionalen Extras, sondern feste, unverzichtbare Bestandteile meiner Arbeit.

Weiterbildung schafft fachliche Sicherheit

Assistenz im Kontext von Traumafolgestörungen erfordert mehr als guten Willen. Sie braucht ein fundiertes Verständnis dafür, wie sich Belastung auf Handlungsfähigkeit auswirkt, warum Verlässlichkeit und klare Strukturen so bedeutsam sind und wie Unterstützung gelingen kann, ohne Überforderung oder Retraumatisierung zu fördern.

Deshalb durchlaufen bei uns alle Mitarbeitenden – mit oder ohne Vorerfahrung – einen Grundkurs aus sechs aufeinander aufbauenden Modulen. Diese reichen von den Grundlagen zu Trauma und Traumafolgestörungen über stabilisierendes Arbeiten und den Aufbau professioneller Beziehungen bis hin zum Umgang mit Krisen und Notfallsituationen sowie Selbstfürsorge und Selbstreflexion. 

Darüber hinaus entwicklt mein Team die Inhalte fortlaufend weiter. Perspektivisch ergänzen Vertiefungskurse den Grundkurs, etwa zum Umgang mit dissoziativen Strukturen, zur Reflexion von Nähe und Distanz in asymmetrischen Beziehungen und zur Vermeidung von Abhängigkeits- oder Retterdynamiken. Ergänzend ermögliche ich den Besuch von Fachvorträgen, zum Beispiel zur dissoziativen Identitätsstruktur, und für meine Büromitarbeitenden individuelle Weiterbildungen etwa im Sozial- und Arbeitsrecht.

Supervision schützt und erhält Qualität

Die Nähe zu schweren Lebensgeschichten birgt eine reale Gefahr der sekundären Traumatisierung. Diese Gefahr nehme ich ernst. Deshalb finden bei mir regelmäßige Einzel- und bei Bedarf Teamsupervisionen bei unserer angestellten Psychotherapeutin statt. Hier gibt es Raum für Fallreflexion, für die eigene Entlastung und für die Frage, wie die Zusammenarbeit gut weiterentwickelt werden kann.

Das Team

Hinter Mehr als Eins steht ein multiprofessionelles Team, das fachliche Tiefe und organisatorische Verlässlichkeit verbindet. 

Ein großes Netzwerk an Fachkräften für Psychotraumatologie und Fachanwälten für Opferschutz und Sozialrecht

Ergänzt wird unser Team durch ein großes Netzwerk an Fachkräften aus der Psychotraumatologie. Dieses Netzwerk ermöglicht es uns, fachliche Impulse von außen einzuholen, einzelne Fälle vertieft zu reflektieren und unsere Standards kontinuierlich weiterzuentwickeln. Gerade in einem so spezialisierten Arbeitsfeld ist dieser Austausch für uns wertvoll.

So entsteht ein Rahmen, in dem fachliche Qualität, der Schutz meiner Mitarbeitenden und die bestmögliche Begleitung meiner Klient*innen Hand in Hand gehen heute und in der Weiterentwicklung des Dienstes.